Zurück ins Leben, neue Freundschaften durch ein gemeinsames Hobby

So entstehen Freundschaften

Im letztem Jahr bin ich einer Whatsapp Gruppe von Anglern, die zum größten Teil aus Ostfriesland und Umgebung kommen, beigetreten um neue Freundschaften zu schließen. Durch meine psychischen Erkrankungen gab es immer weniger Menschen, mit denen ich in Kontakt getreten bin. Doch selbst während meines Klinikaufenthalts war ich in dieser Gruppe aktiv. Einige aus der Gruppe waren bereits gemeinsam angeln und kennen sich auch schon länger. Damit sich alle auch mal persönlich kennenlernen, entschlossen wir vor einigen Monaten, ein Gemeinschaftsangeln zu veranstalten mit gemütlichen Grillabend. Leider fanden wir kein Datum an dem alle konnten, aber zumindest die Meisten.

Das Gemeinschaftsangeln

Als Gewässer entschieden wir uns, den Ems-Seitenkanal zu nehmen, dort war genug Platz für alle. Lennart war der erste am Wasser und konnte bereits vor Ankunft der anderen einige Köderfische ergattern. Gegen halb 10 war ich auch am Wasser und gespannt, die Personen aus der Gruppe persönlich kennenzulernen. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch kein weiterer da. Nach kurzem Kennenlernen legte ich meine Ruten aus und begann, mit Lennart im Sichtbereich unserer Ruten ein wenig mit der Spinnrute zu fischen. Schon nach ein paar Würfen konnten wir die ersten Barsche überlisten, zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es vorerst dabei bleiben sollte.

Nach und nach wurden wir mehr und das Angeln rückte in den Hintergrund. Wir lernten uns kennen und konnten bereits schnell über viele Dinge lachen. In dieser Runde merkte ich schnell, dass es mir gut tat, mal wieder neue Leute kennenzulernen. Der größte Teil der Menschen, mit denen ich in der Regel im Alltag zutun habe, sind Ärzte und Therapeuten. Denn viele Freundschaften sind mir nicht mehr geblieben. Meine psychische Erkrankung war in dieser Runde einfach egal, ein paar Fragen darüber wurden gestellt, aber eine Abweisung aufgrund dessen gab es nicht. Leider sind psychische Erkrankungen in der heutigen Gesellschaft oftmals noch ein Tabu Thema. Zum späten Nachmittag packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Grillen.

Der Grillabend

Wir sammelten uns alle bei Valle, der freundlicherweise seinen Garten, der direkten Zugang zum Knockser Tief hat, zum Grillen und Angeln zur Verfügung stellte. So konnten wir versuchen, den eher erfolglosen Angeltag vielleicht doch noch erfolgreich zu machen. Während Valle die ersten Steaks auf den Grill legte, begannen wir die Ruten mit Köderfischen zu bestücken, um vielleicht noch einen Zander zu fangen. Als wir fertig waren, gab es erstmal was zu essen.

« 1 von 4 »

 

Im Laufe der Zeit wurden wir ein paar mehr Leute, denn alle haben es leider nicht zum Gemeinschaftsangeln geschafft, aber sind trotzdem zum Grillen  gekommen. Unter anderem ist auch Jesse von “Fish On!!! Mit Jesse am Wasser” dazu gestoßen, durch den ich überhaupt ein Teil dieser Gruppe geworden bin. Jesses Ziel war an diesem Abend, seinen ersten Zander für dieses Jahr zu fangen, wofür ihn Valle einige seiner Ruten zur Verfügung stellte. Der Grill wurde noch einmal angeschmissen, damit die neu dazugestoßenen auch noch was zu Essen bekamen. In der Zeit versuchte Jesse es mit der Spinnrute seinen Zander zu bekommen und tatsächlich bekam er einen kleinen Zander kurz vor seinen Füßen ans Band.

Die Challenge

Nun wurde es Zeit für eine kleine Challenge, Björn hatte eine Dose “Surströmming” besorgt.  Auf einem kleinen Tisch im Garten probierten wir, die Dose zu öffnen, was zu einer richtigen Hürde werden sollte, da der Dosenöffner nicht ganz so mitspielte. Nachdem das erste Loch in der Dose war, kam bereits der leckere Geruch von gegorenem Fisch, was den Ein oder anderen bereits würgen ließ. Nachdem die Dose endlich geöffnet war ging es ans Probieren. Den ersten Happen bekam ich ab und ich muss sagen, so schlimm wie es riecht, schmeckt es nicht. Nun trauten sich immer mehr und sogar Laura, die Freundin von Torben, dem Jüngsten aus unserer Gruppe, wagte es, ein Stück zu probieren.

« 1 von 11 »

 

Während wir mit dem Surströmming beschäftigt waren, bekam Lennart einen Biss auf Köderfisch. Nachdem der Fisch gut Schnur genommen hatte, wagte Lennart den Anschlag und der saß. Nach einem angespannten Drill, weil alle hinter ihm standen, kam dann ein schöner Zander von 62cm zum Vorschein.

Somit waren wir an diesem Tag doch noch erfolgreich und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen. Für mich war dieser Tag ein großer Schritt zurück ins Leben. Ich konnte neue Freundschaften schließen und habe mich schon lange nicht mehr so wohlgefühlt, wenn ich unter Menschen war. Danke an alle, die dabei waren. Eure Offenheit an diesem Tag war für mich ein weiterer Schritt zurück ins Leben.

« 1 von 6 »

 

Petri

Euer Christian

1 Kommentar

  1. Wossi

    Sehr schön geschrieben 🙂

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzerklärung   Impressum
%d Bloggern gefällt das: